Was Du heute kannst besorgen, oh schau mal Internet. Und da! Ideen in meinem Kopf für einen neuen Blog. Zeit. Zeit ist relativ. Zeit haben wir meistens zu wenig, wenn wir sie am meisten benötigen und viel zu viel, wenn die Zeit am liebsten schnell vergehen soll.
In meinem gestrigen Beitrag hatte ich angedeutet, dass ich den ver(sch)wendeten Minuten meines Tages einen monetären Wert geben möchte. Was soll ich sagen. Man könnte sagen, der erste Tag war nahezu niederschmetternd. Ich werfe nicht nur einfach die Zeit zum Fenster raus. Ich laufe runter, sammle sie auf und werfe sie glatt noch einmal nach draußen.
Angefangen hat alles nach meinen ersten 60 Cent nach Mitternacht. Eigentlich eine gute Zeit, um ins Bett zu gehen und die Zeit, wie im Schlafe vergehen zu lassen. Doch das Internet, das böse, böse Internet hat mich dazu verleiten lassen, noch weitere 1,20€ meines knappen Tagesbudget von 14.40€ auszugeben. Und wofür? Naja, ich habe jetzt drei verschiedene Schnittmuster für Jedi-Roben und ich weiß, dass es im Baumarkt in der Rohr-Abteilung Abdichtungsringe gibt, die wunderbar dafür verwendet werden können, einem Lichtschwert die notwendige Authentizität zu verleihen. Toll, oder?
Ich habe dann auch nur 3€ ausgegeben, um meinen Energiehaushalt aufzutanken. Eine Investition, die sich lohnt. Tag für Tag. Oder, besser gesagt, Nacht für Nacht. Es sollten allerdings mindestens 4.80€ sein. Also eindrittel meines Tagesbudget an Zeit. Den Tag verbrachte ich dann weiter mit sinnvollen Dingen, wie Mathevorlesung..90 Cent. Und mit Dingen, die wirklich sinnvoll sind. Training zum Beispiel. 1,20€. Sehr gut investierte Zeit, da ich nicht alleine trainieren war, sondern mit einem guten Freund. Therapiestunde inbegriffen. Ein Muss in der stressigen Zeit.
So weit, so gut. Doch, dass ich eigentlich mindestens 60 Cent ausgeben wollte, um im Labor zu stehen und für meine Bachelorarbeit einen entscheidenden Vortest abzulegen, das hab ich irgendwie verdrängt. Was auch nicht allein meine Schuld war. Denn neben Zeitfressern, die einem eher unbemerkt untergejubelt werden, gibt es da noch die Zeitdiebe.
Zeitdiebe führe ich meist auf die Interaktion und Kommunikation mit meinen Mitmenschen zurück. Dabei sind sie nicht die Schuldigen. Das sind wir selbst. Doch auch hier gibt es zwei Unterschiede. Die einen Zeitdiebe sind die Menschen an der Kasse, die vergessen haben, ihr Obst abzuwiegen und die Kassiererin nur schnell noch einmal quer durch den gesamten Laden schicken müssen, damit die drei Bananen endlich in der mitgebrachten Tasche verstaut werden können. Für solche Zeitdiebe können wir nichts. Klar, wir hätten uns an die andere Kasse anstellen können. Da geht es sowieso schneller. War die Frau, die da gerade bezahlt, nicht eben noch zwei Plätze weiter hinter mir in der Schlange?...
Aber dazu kann Euch mein lieber Freund Murphey noch ein wenig erzählen.
Die andere Sorte Zeitdiebe sind die Menschen, mit denen wir aktiv in Kontakt treten. Wir treffen sie im Bus, auf der Straße oder beim zurückstellen des Fahrrades im Schuppen. Wir sehen, wie sie traurig sind, wie sie freudig strahlen oder unsere Hilfe benötigen. Es sind gute Zeitdiebe. Denn soziale Interaktionen sind in unserer Welt wichtig. Dennoch sind es Zeitdiebe. Denn sobald wir ein Gespräch beginnen, unsere Hilfe anbieten oder nur nach dem Weg fragen, stehlen wir dem gegenüber Zeit und uns, nebenbeigesagt auch.
Versteht es bitte nicht falsch. Hilfe anbieten ist sinnvoll, ja sogar wünschenswert. Doch die Bewusstheit in diesen Entscheidungen fehlt uns zumeist an allen Ecken. Wir gehen davon aus, dass der Gegenüber gerne mit uns etwas Zeit ausgibt. So habe ich heute mit großer Freude einem Freund geholfen. 30 Cent immerhin. Diese konnte ich dann nicht mehr ausgeben, um ins Labor zu gehen und den Test durchzuführen. Aber es war es mir dennoch wert. Nur sollten wir, bevor wir eine Komminikation starten, und überlegen, ob unser Gegenüber überhaupt die finanziellen/zeitlichen Mittel hat, sich ein Gespräch überhaupt zu leisten. Ich möchte damit sagen, dass es Menschen gibt, die vielleicht ein prallgefülltes Portemonnai besitzen, aber auf dem Zeitkonto am mittag vielleicht gerade noch 1,20€ besitzen. Das stresst. Ein klug gemeinter Ratschlag, man solle doch nicht so schnell durch die Fußgängerzone stratzen, wird da meist nicht so positiv aufgenommen. Aber hey, es ist nichts persönliches. Es ist die Zeit, die einige versuchen einzuholen, in dem sie ihr hinterherjagen. Aber das ist "relativ" schwierig.
Immerhin weiß ich jetzt, wie ich bei einem Motorrad die Batterie auswechsle. Und im Labor war ich dennoch. Ein Termin wurde für morgen gefunden. Der Tag hat mir dennoch etwas gezeigt. Sich bewusst zu werden, wofür man Zeit ausgibt, mag einem am ersten Tag frustrieren. Aber frustrierend wird es doch erst, wenn ich daraus nicht lerne. Also morgen einfach mal zweidrittel der Zeit sinnvoll nutzen. Immerhin schon mal 4,20€ für's Schlafen. Sollte nicht noch etwas dazwischen kommen und ich auf einmal wissen möchte, wie wohl die Anziehungskraft auf dem Todesstern von Darth Vader funktioniert. Nebenbei, die Anziehungskräfte unterscheiden sich in den zwei verschiedenen Variationen des Todessterns. Wollt ich nur gesagt haben.
Erneut möchte ich Euch danken, dass Ihr ein Teil Eurer kostbaren Zeit gespendet habt und bis hierhin gelesen habt. Danke und gute Nacht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen