Freitag ist der Samstag vom Sonntag. Schade nur, dass heute Montag ist. Die letzten zwei Wochen habe ich damit verbracht, Studenten aus Louisiana und Texas in Deutschland, Lüneburg, Hamburg und Berlin herumzuführen, Ausflüge für die 23 Neugierigen zu organisieren und Partys zu feiern. Ansich zwei erfüllte Wochen. Mehr dazu in den folgenden Beiträgen. Wäre da nicht der Druck, endlich mit meiner Bachelorarbeit anzufangen.
Ok.Bachelorarbeit wird ja auch überbewertet. Leider ist sie für meinen weiteren Weg unabdingbar und deshalb werde ich mich gleich nach diesem Blogeintrag auf dem Weg ins Labor machen und einen ersten Vortest für meine Arbeit machen. Vermutlich. Wäre ich ein Superheld, die Erde wäre vermutlich schon drölf Mal untergegangen, weil ich die Arbeit aufgeschoben habe, mich auf Facebook, twitter, 9gag, und sonstige Seiten im Internet verloren habe. Wie viel Zeit wohl ohne Internet bleiben würde.
Wann habt ihr Euch eigentlich das letzte Mal gelangweilt? Ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Sind wir nicht dauerbeschäftigt? Gibt es nicht immer etwas zu tun? Ist das gut? Schwitzt der Papst beim ka...lassen wir das. Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass ich meine Zeit verschwende und mich am Ende des Tages frage, wo ist die Zeit geblieben.
Just in diesem Moment kommt mir die Idee, dies zu ändern. Also gleich nach diesem Blog, denn ich würde Euch gerne meine Idee erzählen und Eure Meinung dazu hören. Über das Ergebnis werde ich berichten. Der Versuch wird eine Woche dauern. Ich denke ich werde vermutlich anders mit meiner Zeit umgehen. Mal sehen, was meine WG dazu sagt.
Also die Idee ist, Zeit in Geld um zurechnen. Jeder kennt den Ausdruck Zeit ist Geld. In einigen Büchern habe ich bereits darüber gelesen, dass der Mensch an sich zu unbewusst mit seiner Zeit umgeht. Zum Beispiel in "Von der Kürze des Lebens" von Seneca. Was wäre also, wenn wir jeder Minute einem Wert beimessen. Mal angenommen, wir haben ein Budget von 14,40 Euro pro Tag. Ein Cent pro Minute. Mag zu Anfang gar nicht viel aussehen, aber auf eine Woche hochgerechnet sind es schon 100,80€. In einem Monat bereits 3024 Euro.
Damit wären acht Stunden Schlaf schon ein Luxus von 4,80€. Den Wecker klingeln lassen und zehn Minuten später aufstehen erhöht den Preis auf 4,90€. Um den Versuch praktikabel zu machen, werde ich ab morgen ein Zeitkonto errichten, auf dem ich 14,40€ gedanklich überweise und schaue, wie viel Geld ich zum Fenster hinaus werfe. Ich werde aufschreiben, wie viel Zeit ich mit sinnlosen Dingen verbracht habe, der Ausgabenseite, und mit Dingen verbracht habe, die mich weiter gebracht haben - der Einnahmenseite. Denn meine Anregung soll nicht bedeuten, dass wir sparsam mit der Zeit umgehen sollen. Wir sollten sie nur richtig einsetzen, um Zeitfressern, die einem die Zeit unwiederbringlich rauben, den gar auszumachen.
In einem aktuellen Bericht auf SPIEGELonline wird übrigens von Slow Time berichtet. Einem ähnlichen Modell. Dort bezahlen Besucher nur die Zeit, die sie in dem Café in Wiesbaden verbringen, nicht den Kaffee oder die Kekse. Ein Modell, dass es, so der Bericht, bereits in Moskau an fast jeder Ecke gibt. Eine schöne Idee. Den Artikel gibt es hier: http://www.spiegel.de/reise/deutschland/slow-time-cafe-in-wiesbaden-jede-minute-zaehlt-a-901782.html
Ich bedanke mich erst einmal für eines der kostbarsten Dinge die Du besitzt und mir gerade so einfach geschenkt hast. Deine Zeit. Ich hoffe, Du hattest nicht das Gefühl, dass Du sie verschwendet hast. Ich werde von meinem Versuch berichten. Vielleicht macht ihr ja mit und schreibt mir auch von Euren Erlebnissen.
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