Dienstag, 25. Juni 2013

Barefoot oder "Ey Jens, Du hast Deine Schuhe vergessen"

Es ist schon witzig, wie Menschen darauf reagieren, wenn sie einen erwachsenen Menschen über den Campus schlendern sehen, der auch bei 16°C Barfuß läuft. Die Blicke und Gesichtsausdrücke grenzen schon fast an Intoleranz. Aber ich werfe niemandem etwas vor. Es soll jeder selbst entscheiden, was er seinen Füßen Gutes tut.

Ich habe mich dazu entschieden, so oft es geht, Barfuß zu laufen. Ich liebe das Gefühl von Freiheit an den Füßen. Schon als kleines Kind war Schuhekaufen gehen der Horror. Nicht nur für mich auch für meine liebe Mutter. Denn sie musste das Gebrülle ertragen, dass ich in so manchen Schuhgeschäft von mir gegeben habe. Vor allem war mir immer suspekt, dass man seine Zehen in den Schuhen nicht frei bewegen kann. In letzter Zeit kam dann noch das Gefühl dazu, obwohl der Schuh passte, irgendwie eingeengt zu sein. Lösung des Problems: Barfuß gehen.

Tut das nicht weh? Klar, es wäre schlichtweg unwahr zu sagen, ein Kieselweg oder ein Weg mit kleinen spitzen Steinen sei wie ein Wandern auf Wolken. Das ist es keinesfalls. Aber ich empfinde es nicht als störenden Schmerz. Ganz im Gegenteil. Ich genieße die Reize, die die kleinen spitzen Steine auslösen. Es ist eine Wohltat. Eine Massage. Es wird zum Teil sogar für medizinische Zwecke eingesetzt. Und schon Naturheil-Pionier Sebastian Kneipp sagte, das Barfußlaufen sei wie eine Massage für den Fuß. (Interessanter Artikel im Stern erschienen: http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/barfusslaufen-schuhe-aus-566524.html )

Ist das nicht kalt? Zu dieser Frage kann ich nur sagen, dass ich vielleicht sowieso mit einer inneren Heizung gesegnet bin. Auch hier musste meine Mutter die ein oder andere unangenehme Situation über sich ergehen lassen. So rief die Lehrerin meines Bruders und von mir des öfteren bei uns Zuhause an und fragte, warum wir keine Jacken dabei hätten, es sei schließlich kalt draußen. Die Antwort war einfach. Wir hatten eine dabei, zogen sie aber kaum an. War ja schließlich doch nicht so kalt. Bei den Füßen beobachte ich noch ein anderes Phänomen. Zu Anfang ist es natürlich frisch, zuweilen auch mal kalt. Aber nach kurzer Zeit strömt vermehrt Blut in die Füße, durch die Kälte und die Reize, sodass die innere Heizung die Füße warm hält. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich für mich kann aber sagen, dass ich so lange Barfuß laufen werde, bis es mir tatsächlich zu kalt wird.

Ist das nicht gefährlich? Dies ist nur bedingt richtig. Klar sollte man nicht auf rostige Nägel springen, in ein Bienennest treten oder über ein Meer aus Scherben laufen. Bisher ist mir aber noch nichts passiert. Wenn man auf den Weg achtet, dann kann man den größten Gefahrenquellen auch aus dem Weg gehen. 


Falls aber doch mal etwas passieren sollte ist eine Tetanusimpfung Pflicht (Ich sollte auch noch mal nachschauen, ob ich geimpft bin). Auch ein Pflaster dabei zu haben, kann sicherlich nicht schaden. Für Diabetiker gilt noch mal ein anderes größeres Problem. "Bei ihnen könnten Verletzungen am Fuß dramatische Folgen haben", zitiert der Stern den  Orthopäden Daniel Frank, Präsident der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk. Die Krankheit schädige die Nerven und daher seien die Füße weniger schmerzempfindlich. Also solltet ihr Zweifel haben, lieber ein mal Euren Hausarzt aufsuchen und nachfragen.

Abgesehen davon macht zum Beispiel ein Waldbesuch viel mehr Spaß mit blanken Füßen. Ich war heute morgen bereits um sechs Uhr unterwegs. Ich konnte nicht mehr schlafen. Ich habe kurz überlegt, ob ich Schuhe anziehen sollte. Ich entschied mich zum Glück dagegen. Zwar waren die Füße, wie oben beschrieben, anfangs etwas frisch. Doch das änderte sich schnell. Und der Boden im Wald war herrlich. Schön weich. Es sind einfach noch mal ganz andere Eindrücke, die wir erleben, wenn wir Barfuß durch die Welt laufen. 

Nach dem Wandern, dann einfach die Füße abwaschen und schon ist der Dreck weg. Angst vor Fußpilz ist eigentlich auch überflüssig. Die frische Luft ist deutlich besser als der feuchte warme Socken im Schuh. Mir geht es jedenfalls wunderbar mit den barfüßigen Ausflügen über den Campus, in der Stadt und durch den Wald. 

Ich kann daher auch Menschen nicht ganz ernst nehmen, die sich in Schuhe quetschen, die einfach schon unbequem aussehen. Ich habe letztens eine alte Freundin getroffen. Sie trug Schuhe mit einem sehr hohen Absatz. Wirklich bequem sah das nicht aus. Auch eine natürliche Bewegung war mit den Schuhen nur sehr schwer möglich. Aber wie gesagt, jeder so wie er es möchte. Ich möchte niemanden verurteilen.

Wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, kann ich Euch den Barfußpark in Egestorf empfehlen. Dort können verschiedenen Untergründe ausprobiert werden. Barfuß versteht sich. Weitere Infos findet Ihr hier: http://www.barfusspark-egestorf.de

Solltet Ihr auch nach wie vor nicht auf Schuhwerk verzichten wollen, schaut Euch doch mal vegane Alternativen zu den großen Schuhketten an. Ich habe meine letzten Schuhe bei avesu gekauft. (http://www.avesu.de/) Aber schaut einfach mal im Netz, ob nicht sogar vielleicht ein Shop in Eurer Nähe solche Schuhe anbietet. Ich möchte ja nicht zu viel Werbung für eine Richtung geben. Dies sollen nur Denkanstöße sein. Alternativen aufzeigen. 

Vielleicht noch eins. Auch für mich gibt es natürlich Situationen in denen ich Schuhe anziehe. Gleich zum Beispiel. Ich gehe jetzt nämlich ins Labor. Da ist festes Schuhwerk Pflicht. Wegen der Sicherheit. Und auch beim Longboardfahren eignet sich die Sohle der Schuhe prima als Bremse. Das wäre barfuß dann doch etwas schmerzhaft. Aber sonst heißt es, frei nach einem chinesischen Sprichwort:


Wer barfuß geht, den drücken die Schuhe nicht.


Nachtrag: Schaut doch mal auf http://whyownit.com/blog/ vorbei. Es lohnt sich ;)

Samstag, 22. Juni 2013

Kein Auto - keine Freiheit?

Puh! Eigentlich wollte ich hier ja regelmäßig schreiben. Aber nachdem ich tatsächlich damit angefangen habe, für meine Bachelorarbeit zu recherchieren und im Labor zu stehen, war dann auf einmal doch keine Zeit mehr. Nun soll es aber doch wieder etwas regelmäßiger etwas über mich und mein Leben zu lesen geben.

Als vor knapp einem Monat der Anruf kam, dass mein Vater mein Auto benötigt, dachte ich erst, so ein Mist. Nun habe ich kein Auto mehr. Nicht, dass ich es vorher oft benutzt habe, wirklich benötigt habe. Und doch war es vom Gefühl her ein wenig so, dass ich glaubte, das es immer hilfreich ist ein Auto zu haben. Falls mal etwas ist.

Klar war da spätestens seit meinem Studienbeginn und dem Beginn des Bewusstwerdens über die Probleme dieses Planetens immer ein gewisses schlechtes Gewissen gewesen, wenn ich in das Auto gestiegen bin. Aber was ist schon ein schlechtes Gewissen? Die Autoren des Buches "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten: Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie", Claus Leggewie und Harald Welzer, haben es in ihrem Buch bereits festgestellt (glaube, dass es die beiden waren, schau später noch mal nach) ein schlechtes Gewissen verhindert nicht, dass wir Dinge tun, von denen wir wissen, dass sie weder gut für uns noch gut für diesen Planeten sind. Wir finden Ausgleiche, die unser schlechtes Gewissen befriedigen. "Aber dafür verzichte ich doch auf,..." 

Warum sollte man überhaupt auf das Auto verzichten? Dies ist wahrscheinlich ein eigenen Blog-Eintrag wert. Ich möchte nur kurz etwas darber sagen. Laut Bundesumweltamt gehört Verkehr mit 18 Prozent zu einem größeren Gebiet, der CO2-Verursacher in Deutschland. CO2 wirkt sich negativ auf das Klima aus. Kann man Verkehr vermeiden, kann man auch unnötigen CO2-Ausstoß verhindern. Des Weiteren benutzen wir endliche Ressourcen, um uns den Luxus des eigenen Autos zu gönnen. Neben den Materialien, die zu Autoherstellung verbraucht werden, ist es vor allem der Treibstoff. Öl wird imer knapper. Das merkt man vor allem im Portmonnaie. Aber was man nicht bedenkt ist, dass das Öl viel besser verwendet werden könnte. Öl wird in vielen Bereichen benötigt. Zum Teil auch für die Herstellung wichtiger Medikamente. Und nicht zuletzt spielt natürlich auch die eigene Gesundheit einen nicht außer Acht zu lassenen Faktor. Die Abgase aus den Autos ist, neben dem CO2, nach wie vor eine Umweltverschmutzung, die sich schlußendlich auch auf die Gesundheit jedes einzelnen auswirkt. Mir ist bewusst, dass dies nicht alle Faktoren abdeckt und auch nicht grundlegend aufzeigt. Aber darum geht mir in diesem Beitrag auch nicht. 

Aber zurück zu mir und meiner Angst mit dem Auto auch mobile Freiheit abzugeben. Ist das wirklich so? Verlieren wir Freiheiten, wenn wir kein Auto mehr besitzen? Gewinne wir vielleicht sogar Freiheiten dazu? Ich kann nur von mir sprechen. Aber nun, einen Monat nach Abgabe des Autos geht es mir gut. Sehr gut sogar. Ich bin mittlerweile froh, kein Auto mehr zu besitzen. Es mag komisch klingen, weil es im Endeffekt ja nur eine logische Konsequenz eines bewussten Lebenstils ist, aber dennoch war dieser "externe" Einschnitt notwendig. Denn zuvor hatte ich mir immer gesagt, ja demnächst gibst Du das Auto Deinem Vater zurück. Bald. Irgendwann.

Man ist einfach zu bequem. Zu bequem sein Leben zu ändern. Zu bequem, wenn es heißt auf Komfort zu verzichten. Auf Luxus. Ich bin auch zuvor schon oft Bahngefahren. Fahrrad oder Skateboard. Autogefahren eigentlich nur, wenn es nicht anders ging, wie ich dachte. Wenn ich mal verschlafen habe und den Zug nicht bekommen habe. Aber das sind nur Ausreden. Eigentlich bin ich sogar doch öfter gefahren, als ich mir eingestehen möchte. Zum Einkaufen, weil ich nicht so schwer tragen wollte, zum Sport, weil, ja warum eigentlich? Eigentlich ziemlich bescheuert ins Fitnessstudio zu fahren, wenn auch der Weg mit dem Fahrrad zurücklegbar ist. Die Bequemlichkeit.

Warum ich froh bin kein Auto mehr zu haben? Ganz einfach. Ganz vorne steht natürlich nicht mehr Tanken zu müssen. Klar für längere Strecken, die ich mit der Bahn zurücklegen muss, benötige ich eine Fahrkarte. Also die Kosten decken sich, theoretisch. Denn ich habe durch mein Semesterticket ein Niedersachsenticket und komme damit bis nach Hamburg. Noch weitere Strecken zu Freunden nach Berlin oder zur Familie in München können ebenfalls mit der Bahn zurückgelegt werden und nehmen sich vom Preis nicht wirklich viel. Und da kommen wir schon zum nächsten Vorteil. Bahnfahren. Klar, sie kommt meistens unpünktlich, man ist auf die Abfahrtzeiten angewiesen und wenn man mal eine Bahn verpasst hat, muss man meist eine Stunde warten. Man fährt nicht alleine sondern zu Stoßzeiten mit vielen anderen Menschen. Das kann man nicht mögen, man kann sich aber auch damit arrangieren. Im allmorgendlichen Berufs-Stau ist man auch nie alleine. Pendler wissen, wovon ich rede.

Arrangieren? Ja, die Zeit nutzen, um mit Menschen ins Gespräch kommen. Heute zum Beispiel hatte ich eine nette Amerikanerin neben mir sitzen. Sie war auf dem Weg nach Bremen. Wir haben uns ein wenig unterhalten. Im Juli geht es für sie nach Berlin. Mit der Bahn natürlich. Im Auto hätte ich nie von ihr erfahren. Warum auch? Mag der eine oder andere fragen. Die Antwort ist für mich klar. Ich finde es spannend, interessant und für mich notwendig neue Menschen kennen zu lernen und zu treffen. Ich genieße die Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse dieser Menschen, wenn sie davon berichten. Kann man doch von allem ein wenig für sein eigenes Leben lernen und mitnehmen. Offen sein für neues. Das lohnt sich.

Ein weiterer Punkt, warum ich Bahnfahren dem Autofahren bevorzuge ist, dass man nebenbei lesen kann oder ein Teil dieses Blogs schreiben kann. Man muss nicht auf den Verkehr achten. Dafür sitzt ein Lokführer im vorderen Teil des Zuges. Gerade auf längeren Zeiten finde ich es sehr angenehm, einfach zu lesen, zu schreiben oder wie eben berichtet mich mit den Mitmenschen zu unterhalten.

Klar, gibt es auch Dinge, die mich wirklich stören. Die Unpünktlichkeit ist nichtmal mein Problem. Zeit ist wie in einigen Blog-Artikeln zuvor nur illusorisch. Was mich stört, ist dass wenn ich Spätschicht habe und um Mitternacht aus der Redaktion zum Bahnhof eile, die letzte Bahn um 0.30 Uhr fährt und an "jeder Milchkanne" hält. Aber gut. Die halbe Stunde extra Zeit im Zug kann man auch mit Musikhören oder Lesen verbringen. Dies geht dann eben auch gegen die Bequemlichkeit. Und was sind 30 Minuten. Dafür komme ich sicher nach Hause und muss mich nicht übermüdet über die Autobahn quälen.

Eigentlich wollte ich es nicht an die große Glocke hängen, aber es passt gerade ein wenig zum Thema. Ich bin Anfang des Monats zum Helfen an die Elbe gefahren. Natürlich ohne Auto. Ich habe mir mein Rad geschnappt, die Route bei Google Maps eingegeben und losgedüst. Gut, dass da 25 Kilometer stand, hat mich schon ein wenig irritiert, aber das konnte mich nicht abhalten, nach Bleckede zu fahren, um Sandsäcke gegen die Flut zu befüllen. Es gab sogar einen Fernsehauftritt, was natürlich nicht Ziel meiner Aktion war, aber vielleicht den einen oder anderen meiner Freunde auch überzeugt hat, den Menschen zu helfen. (http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Niedersachsen-bereiten-sich-auf-Hochwasser-vor-article10762646.html)

Der Weg war super. Super lang zwar, aber auch schön. Mein Navi wollte mich an der Landstraße entlang führen. Doch da gab es kein Rad- oder Fußweg. Deshalb bin ich dann Querfeldein gefahren. Durch den Wald und an Feldern vorbei. Sehr idyllisch. Und richtig, mit dem Auto wäre ich da nie langgefahren. Man entdeckt neue Wege. Die täglichen Wege werden wieder zu einer Reise, zu einem Erlebnis. 

Auch ich werde vermutlich nicht vollkommen auf das Auto selbst verzichten können. Sei es ein Umzug oder ähnliches. Dafür werden Autos benötigt. Ich möchte Euch auch nicht vorwerfen, wenn ihr Auto fahrt, dass ihr eben Auto fahrt. Was ich möchte ist, dass Ihr vielleicht, wie ich ein wenig zu der Erkenntnis kommt, solltet ihr oft mit dem Auto fahren, dass es auch anders geht. Das es sogar sinnvoller sein kann ohne Auto zu fahren.

Ich habe mir eine kleine Challange gesetzt. Nur noch Auto fahren, wenn es wirklich keinen anderen Weg gibt oder wenn sowieso gefahren wird. Damit meine ich Fahrgemeinschaften zu bilden. Ich selbst habe es noch nicht ausprobiert, aber viele meine Freunde schwören auf Mitfahrzentralen wie http://www.mitfahrgelegenheit.de/ , wo derzeit Gebühren erhoben werden. Eine kostenlose Alternative bietet fahrgemeinschaft.de. Auf http://www.utopia.de/produktguide/buero-schule-papier-2/mitfahrgelegenheiten findet ihr ein Paar Alternativen in einem Ranking. Vielleicht bietet Ihr ja auch mal eine Fahrt an. Oder lasst selbst das Auto mal stehen. Der Gedanke spielt erneut, wie in meinen letzten beiden Blog-Einträgen zum Teilen an. Car-Sharing ist ein weiteres Beispiel. Es ist nicht nötig sich selbst ein Auto zu kaufen. In einem Neuwagen stecken laut Vereinigung Deutscher Gewässerschutz je nach Größe und verwendeten Materialien bis zu 400.000 Liter Wasser.

In Städten wie Hamburg gibt es Leihfahrräder, wenn man sich nicht unbedingt ein Ticket für die S-Bahn oder U-Bahn, bzw den Bus kaufen möchte. Die erste halbe Stunde ist kostenlos. Danach kostet es rund 8 Cent pro Minute, maximal jedoch 12 Euro am Tag. Bin ich nicht mit meinem Skateboard in Hamburg unterwegs, dann meist mit dem Stadtrad. Eine schöne Alternative zur manchmal vollen S-Bahn.

Zum Trampen kann ich selbst nicht viel sagen. Ich selbst bin erst einmal getrampt. In Kanada. Das ging gut. Ich denke, es kommt immer darauf an, zu wem man ins Auto steigt und was man für ein Gefühl hat. Da sollte man sich auch ein wenig auf sein Bauchgefühl verlassen. Und ein möglicher Tipp vielleicht dazu, das Kennzeichen seinen Freunden schicken. Mark Boyle aus dem Buch "Der Mann ohne Geld" trampte zu Weihnachten mal zu seiner Familie und beschreibt, dass er dadurch auch viele neue Menschen kennengelernt hat. Genau also das, was ich oben beschrieben habe, was das Reisen zu etwas Besonderem macht.
Danke noch mal an Philipp Gloeckler für den Buchtipp über die Facebookseite von "whyownit" (https://www.facebook.com/whyown.it?fref=ts). Dieses Buch hat wirklich viel in mir verändert, bzw war auch mit ein Grund, warum ich dieses Blog eröffnete.

So ich glaube nun ist auch erstmal alles gesagt. Alles weitere folgt dann in den nächsten Einträgen. Freut mich, dass ihr wieder reingeschaut habt. Bis morgen. Da gibt es den nächsten Blog. Versprochen.
esen Sie weiter: http://www.utopia.de/magazin/mitfahrgelegenheit-de-ist-nicht-mehr-kostenlos-alternativen-bestenliste

Dienstag, 4. Juni 2013

Collect Moments, Not Things

Schließ' Deine Augen und Du wirst sehen.
Probiere es aus, es wird schon gehen.
All das, was Du nun vor Dir hast,
ist die Welt in Dir.
Vergessen ist die Gier.
Alles, was Du liebst, nichts, was du hasst.

Schließe die Augen und Du wirst fühlen.
Dieser Gedanke, er wird alles umwühlen.
Atme ein, atme aus. Alles auf Kredit.
Alles, was Du nun siehst, ist Dein.
Alles andere wird am Ende verloren sein.
Nichts anderes nimmst Du aus deinem Leben mit.

Collect Moments, Not Things
'Cause, in the end 
there will be neither belongings nor savings


Das ist vielleicht nicht das schönste Gedicht, aber ich hoffe eine gute Einleitung zu meinem neuen Thema heute: Lebt den Moment.

Klar ist es gut an die Zukunft zu denken. Aber weder mit Furcht noch mit allzu großer Sicherheit, was das eigene Leben betrifft. So traurig es sein mag, aber Euer Leben könnte augenblicklich im nächsten Augenblick zu Ende sein. -Blick- Und Ende. Aus. Finito. Alle Ersparnisse, alle Pläne, was man noch alles machen wollte. Alles nicht mehr möglich. All die Gegenstände, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Ein netter Sportflitzer, die Villa, der teure Schmuck. Nichts davon könnt ihr wirklich mitnehmen, wohin die Reise auch immer gehen mag. Vielleicht ist sie zu Ende mit dem letzten Atemzug, mit dem letzten Mal ausatmen. Vielleicht geht die Reise weiter, für eine spirituelle Seele oder was auch immer. Fakt ist doch, dass das was Ihr im Leben angespart habt, Euch schlussendlich nicht viel hilft, wenn es zu Ende ist.

Natürlich ist sinnvoll nicht jeden Tag das Konto bis auf das äußere zu strapazieren, sonst gelingen einem die Träume und Pläne, die man hat auch nicht. Doch besessen Geld zu sammeln und dem Reichtum hinterher zu gieren, hinter her zu rasen, kann nicht das Ziel sein, wenn dabei vergessen wird zu leben. 

Daher mein Ratschlag für das tägliche Leben, und als Ergänzung zum Post von Vorgestern (Junge, wie die Zeit vergeht) Collect Moments, Not Things. Sammelt Momente, keine Dinge.
Auch ich habe eine lange Zeit lang geglaubt, ich müsste Dinge sammeln, Geld anhäufen. Reich werden. Im Lotto Millionen gewinnen. Doch ist das wirklich erfüllend? 

Ich denke, und hier spreche ich für mich, das muss jeder für sich selbst erforschen, ich denke nein, es ist nicht erfüllend. Es ist eher so, dass die Gier nach mehr, nie befriedigt werden wird. Unsere Gesellschaft wird so erzogen, immer mehr zu konsumieren, immer mehr erreichen zu wollen. Ist man erst reich, will man noch reicher werden. Das mag für manchen interessant und erstrebenswert klingen. Ich möchte einen anderen Weg gehen.

Eine kleine Anekdote aus dem Leben, vielleicht hierzu. Als ich vor knapp zwei Wochen den Austausch von Amerikanern an der Leuphana Uni mit organisiert habe, fragten die Student_innen (Gleichstellung ist heute ja auch ein großes Thema, bei mir ein anderes Mal. Hier zur aktuellen kuriosen Lage an der Uni Leipzig: http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gleichberechtigung-uni-leipzig-nutzt-weibliche-bezeichnungen-a-903530.html ) was ich denn studiere und was ich mal werden möchte. 
Die meisten meine Freunde und meine Familie wissen es bestimmt schon. Sie wussten es nicht. Ich möchte Meeresbiologe werden. Mit großen Augen schauten mich die US-Studenten an und meinten, wow dann wirst Du ja viel Kohle verdienen.
Ich war ehrlich gesagt etwas verwirrt und erschrocken. Ist das so? Mag vielleicht sein, wenn man an der Uni angestellt wird. Aber das ist für mich nicht der Hauptgrund für diese Richtung. Nicht mal ein Nebengrund. Ich möchte beruflich etwas machen, was mir auch noch in 50 Jahren Spaß macht. Kaum etwas wäre für mich deprimierender, als ein Job, den ich machen muss und mich täglich zur Arbeit quäle. In der Meeresbiologie denke ich sehe ich diesen Job, der mir ein Leben lang Spaß machen könnte. Ob sich das nach dem Studium, sollte irgendwann die Zusage aus Bremen kommen, auch bestätigt, wird sich zeigen. Aber im Moment ist das die Richtung, einfach wegen der Passion, nicht des Geldes wegen.

Und sollte dies nicht immer der Grund sein, warum wir Dinge tun? Warum wir eine Arbeit suchen, eine Ausbildung machen? Denn am Ende bleibt doch an materiellen Dingen nichts wirklich bestehen. Ich möchte niemanden Angst machen, falls der eine oder andere nun ein beklemmendes Gefühl bekommt, tut es mir Leid. Aber je mehr ich mir bewusst werde, dass dieses Leben endlich ist, desto mehr genieße ich die wirklich schönen und mir wichtigen Dinge in meinem Leben. Ich hoffe, ich kann Euch hiermit auch ein wenig davon überzeugen, Euch Dinge in Eurem Leben zu suchen, die Euch Spaß machen.Werdet Euch bewusst, dass dieses Leben endet, was danach kommt, weiß keiner. 

Eins noch. Sich dessen bewusst werden und sich auf das Jetzt zu konzentrieren bedeutet nicht, die Zukunft dieses Planeten auszublenden. Denn durch die Dinge, die wir tun, wie wir konsumieren, wie wir handeln, beeinflussen wir das Leben unserer künftigen Generationen. 
Witziges "unnütziges Wissen" dazu am Rande:

Jeder Mensch besteht aus etwa einer Milliarde Atome, die schon Teil von Shakespeare, Buddha,Dschingis Khan und jeder anderen historischen Persönlichkeit waren. [Unnützes Wissen: http://www.wusstestdu.net/#2036]

Soll heißen, auch Deine Atome, Bausteine Deines Körpers werden überdauern und in 100 Jahren, in 200 Jahren weiter auf dem Planeten herumwandern. Und kannst Du wollen, dass sie in einer Welt existieren müssen, die nicht mehr lebenswert ist?

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ein Zwischenfazit meines Zeit-Experiments. Ich habe mir gestern bewusst ein wenig Zeit für mich genommen. Und Geld ausgeben für mich. Ich habe nicht wirklich sinnvolles getan, bis auf Zeit für mich und meine Regeneration nach vier Tagen Arbeiten genommen. Wochenende quasi. Muss auch mal sein. Habt Ihr Erfahrungen gesammelt? Zögert nicht, Eure Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern hier zu teilen und kommentiert doch einfach diesen Beitrag. Ich würde mich freuen.


Sonntag, 2. Juni 2013

Kaufen, kaufen, kaufen - Sale, sale, sale


So nach drei Tagen Auszeit und Wochenende melde ich mich zurück. Nicht, dass ich mich ausgeruht hätte. Ich habe gearbeitet. Da war keine Zeit, um einen ruhigen Gedanken zu fassen und diesen mit Euch zu teilen. Nun aber, kurz vor Montag, einer neuen Woche voller Aufgaben, möchte ich einen weiteren Gedanken mit Euch teilen.

Ich möchte diesen Blog mit einer Idee, mit einem Satz aus meiner Kindheit beginnen. Nicht, dass ich jetzt erwachsen bin. Das wäre ja schlimm. Aber ich meine einen Satz aus der Zeit, als ich noch bei meinen Eltern gelebt habe. Mein Vater sprach dieses Satz meist aus, wenn mein Bruder oder ich uns gestritten haben und einer von uns sagte: „Das ist aber meins.“
Der Satz, der dann meist folgte war: „Mach mal Deine Augen zu, dann siehst Du, was Dir gehört.“
Dieser Satz sollte einem vielleicht einmal öfters durch den Kopf schwirren. Einige mögen es nun vielleicht schon erraten haben. Es geht um Konsum.

Gestern bin ich durch die Innenstadt von Hamburg geschlendert und habe all die Menschen gesehen, die durch die Läden schlenderten, auf der Suche nach etwas neuem, etwas, dass die Kauflust befriedigt. Dabei begegne ich Menschen, die aussehen als ob sie gerade aus einer Kleiderkiste für einen Fantasy-Film gekrabbelt sind. Nichts für ungut. Aber das was auf den Laufstegen dieser Welt getragen wird gehört doch nicht in die Stadt, oder? Aber egal. Um Kleidung werde ich ein anderes Mal etwas schreiben. Heute geht es allgemein um den Konsum. Und es wird auch nur ein kleiner Einstieg sein. Es gibt einfach zu viel zu diesem Thema zu berichten.

Ich möchte einmal auf das, wie ich finde, geniale Buch von Mark Boyle verweisen. „Der Mann ohne Geld“ beschreibt die Geschichte des Iren, der in Bristol lebt und ein Jahr auf Geld verzichtet hat. Ein Jahr. Mittlerweile lebt er, soweit ich es nachlesen konnte, immer noch ohne Geld. Mehr als drei Jahre. Ist das vorstellbar? Wie ich finde eine schöne, befreiende Idee.
Boyle schreibt über seine Höhen und natürlich auch Tiefen, die er erlebt. Was ich erstaunlich finde, er hat sogar ein riesiges Festival auf die Beine gestellt – ganz ohne Geld.
Wie oft jagen wir Dingen nach, die wir nicht benötigen. Ich möchte mich gar nicht  ausschließen. Ganz im Gegenteil. Es gab Zeiten, da gab es fast jeden zweiten Tag ein Paket von Amazon, das an meine Adresse adressiert war. Doch je mehr ich über das Buch nachdenke, desto mehr hinterfrage ich mein Konsumverhalten. 

Was brauchen wir wirklich?
Was ist wirklich wichtig?
Wie viel ist genug – ab wann ist es zu viel?

Auf diese Fragen kann ich noch keine Antwort geben. Es gibt aber Ideen, die versuchen Antworten zu geben. Zum einen gibt es da die Bewegung  der Minimalisten, die nur rund 100 Dinge besitzen. Könnt Ihr Euch vorstellen mit nur noch 100 Dingen zu leben? Ich denke es ist eine große Herausforderung, aber vermutlich auch eine große Befreiung. Wie viele Dinge haben sich all die Jahre angesammelt, die wir nie wieder in die Hand nehmen, wie viele Kleidungsstücke hängen in unseren Kleiderschränken, ohne das wir sie je wieder anziehen werden. Was also tun?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zum einen natürlich einfach alles ausrümpeln und wegschmeißen. Das würde ich natürlich nicht empfehlen. Einige Dinge könnte man verwenden, um Dinge zu reparieren, wiederum andere Dinge wie etwa alte Kleidungen könnte man benutzen, um neue Kleidung herzustellen oder zu flicken. Persönliches Upcycling.
Wenn Ihr dennoch Dinge findet, für die Ihr einfach keine Verwendung mehr habt, schaut doch mal, ob Ihr sie nicht vielleicht weitergeben könnt, verschenkt, spendet. Klamotten zum Beispiel werden immer benötigt. Macht Euch aber schlau, wo und wem Ihr die Klamotten spendet. Es gibt Organisationen, die die Kleider dann weiterverkaufen, ohne dass die Spende dabei an die Bedürftigen gelangt.

Habt Ihr also Euren Dachboden, Keller oder das Zimmer aufgeräumt und ausgeräumt und merkt, Moment mal, den Schraubendreher, das Gesellschaftsspiel oder was auch immer, hätte ich doch noch gebrauchen können, am Wochenende kommen doch Freunde zu Besuch und wir wollten doch gemeinsam ein Spieleabend machen. Kein Problem. Leiht Euch doch einfach das Spiel. Einer Eurer Freunde hat es bestimmt.
Die Idee des Teilens wird in Zeiten des mobilen Zeitalters auch immer einfacher. Kürzlich kam die „whyownit“-App heraus. Dort könnt Ihr Eure Dinge, die Ihr zum Verleih anbieten möchtet hochladen und seht so auch, was Eure Freunde Euch ausleihen können. Ziemlich praktisch, wie ich finde. 

Und solltet Ihr Euch doch noch mal etwas eigenes anschaffen wollen, empfehle ich einen Tipp von einer meiner neuen Lieblingsseiten „Experiment Selbstversorgung“: Hier zum Thema Weniger als 100 Dinge: http://experimentselbstversorgung.net/weniger-als-100-dinge/
Einfach die Dinge auf eine eine Art Wunschliste schreibe, um zu sehen, ob der Wunsch und die jetzige Emotion nicht vielleicht dafür verantwortlich waren, dass wir dieses oder jenes gerade unbedingt haben wollen. Oftmals ist es einfach der Moment, der bestimmt, dass wir unbedingt etwas haben wollen. Sollte dann nach drei vier Tagen immer noch der Drang bestehen, diese Sache zu kaufen, versucht doch Amazon ein wenig zu umgehen.

 Es gibt genügend andere vergleichbare und zum Teil fairere (Arbeitsbedingungen) Optionen, die zudem auch noch nachhaltiger sind. Eine Liste findet ihr hier von einer weiteren Seite, die ich empfehlen kann: http://www.utopia.de/magazin/alternativen-zu-amazon

So das war noch kein großer Rundumschlag aber zumindest schon mal ein Anfang. Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig zum Nachdenken anregen. Das ist das eigentliche Ziel dieses Blogs hier. Ich hoffe Euch gefällt es nach wie vor. Mir macht es jedenfalls Spaß.
Und um noch mal auf den Eingangssatz zurück zukommen: Morgen gibt es noch mal etwas zum Thema Augen zu machen. Freut Euch drauf.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Jens, woher kommt dieser Name?

Ich möchte heute nur sehr wenig von Eurer Zeit stibitzen, deshalb nur kurz eine Erläuterung zu meinem Namen, der ja eigentlich anders lautet.

Jens ist die friesische und dänische Kurzvariante von Johannes, was so viel wie "Gott ist gnädig" bedeutet. Hat seine Ursprungsform also aus dem Hebräischen. Ich dagegen bin zum Namen in meiner allerersten Vorlesung an der Universität gekommen. Ich stellte mich einer jungen Dame mit dem Namen Anne mit meinem richtigen Namen vor. Keine 30 Minuten später, die Vorlesung war vorbei, standen wir im Kreis mit rund zehn weiteren Mitstudenten.

"Hey, das hier ist übrigens: Jens." Überrascht schaute ich mich um. Meinte sie mich? Ja in der Tat, ihr Finger zeigt auf mich. Verwundert versuchte ich zu erklären, dass mein eigentlicher Name ein andere war. "Egal. Von nun an heißt Du Jens." Wow, was für eine Taufe.

Von da an stellte ich mich an der Universität immer mit Jens vor. In Gruppenpräsentationen hieß es mindestens einmal, "und nun kommt Jens, äh ich mein..." Zum Teil gibt es Menschen in meinem Studiengang, die nicht einmal wissen, dass ich eigentlich einen andern Namen habe. Und selbst einer meiner sehr geschätzten Dozenten spricht mich mittlerweile mit Jens an.

Zählt das eigentlich schon als Künstlername, den ich mir in meinen Perso eintragen lassen darf? Muss ich mal ausprobieren.

Zu meinem Versuch, Zeit in Geld umzuwandeln. Also heute war eher ein Tag, an dem ich wenig Zeit zum Fenster hinausgeworfen habe. Was aber vor allem daran lag, dass ich fast zehn Stunden am Stück gearbeitet habe. Da bleibt nicht viel Zeit zum wegwerfen. Morgen geht es zum Zahnarzt und danach arbeiten. Ich hoffe, ich finde morgen ein wenig Zeit, um über wichtige Dinge nachzudenken und sie Euch dann später mitzuteilen.

Gehabt Euch wohl und eine angenehme Nachtruhe. Verbringt nicht zu viel Zeit auf Internetseiten, die Euch die Zeit aus dem Herzen saugen. Es sei denn, es geht um Tiere. Tiere gehen immer: http://www.trendhure.com/2013/05/27/animals-are-awesome-2013/

Dienstag, 28. Mai 2013

Was Du heute kannst besorgen,...

Was Du heute kannst besorgen, oh schau mal Internet. Und da! Ideen in meinem Kopf für einen neuen Blog. Zeit. Zeit ist relativ. Zeit haben wir meistens zu wenig, wenn wir sie am meisten benötigen und viel zu viel, wenn die Zeit am liebsten schnell vergehen soll.

In meinem gestrigen Beitrag hatte ich angedeutet, dass ich den ver(sch)wendeten Minuten meines Tages einen monetären Wert geben möchte. Was soll ich sagen. Man könnte sagen, der erste Tag war nahezu niederschmetternd. Ich werfe nicht nur einfach die Zeit zum Fenster raus. Ich laufe runter, sammle sie auf und werfe sie glatt noch einmal nach draußen.

Angefangen hat alles nach meinen ersten 60 Cent nach Mitternacht. Eigentlich eine gute Zeit, um ins Bett zu gehen und die Zeit, wie im Schlafe vergehen zu lassen. Doch das Internet, das böse, böse Internet hat mich dazu verleiten lassen, noch weitere 1,20€ meines knappen Tagesbudget von 14.40€ auszugeben. Und wofür? Naja, ich habe jetzt drei verschiedene Schnittmuster für Jedi-Roben und ich weiß, dass es im Baumarkt in der Rohr-Abteilung Abdichtungsringe gibt, die wunderbar dafür verwendet werden können, einem Lichtschwert die notwendige Authentizität zu verleihen. Toll, oder?

Ich habe dann auch nur 3€ ausgegeben, um meinen Energiehaushalt aufzutanken. Eine Investition, die sich lohnt. Tag für Tag. Oder, besser gesagt, Nacht für Nacht. Es sollten allerdings mindestens 4.80€ sein. Also eindrittel meines Tagesbudget an Zeit. Den Tag verbrachte ich dann weiter mit sinnvollen Dingen, wie Mathevorlesung..90 Cent. Und mit Dingen, die wirklich sinnvoll sind. Training zum Beispiel. 1,20€. Sehr gut investierte Zeit, da ich nicht alleine trainieren war, sondern mit einem guten Freund. Therapiestunde inbegriffen. Ein Muss in der stressigen Zeit.

So weit, so gut. Doch, dass ich eigentlich mindestens 60 Cent ausgeben wollte, um im Labor zu stehen und für meine Bachelorarbeit einen entscheidenden Vortest abzulegen, das hab ich irgendwie verdrängt. Was auch nicht allein meine Schuld war. Denn neben Zeitfressern, die einem eher unbemerkt untergejubelt werden, gibt es da noch die Zeitdiebe.

Zeitdiebe führe ich meist auf die Interaktion und Kommunikation mit meinen Mitmenschen zurück. Dabei sind sie nicht die Schuldigen. Das sind wir selbst. Doch auch hier gibt es zwei Unterschiede. Die einen Zeitdiebe sind die Menschen an der Kasse, die vergessen haben, ihr Obst abzuwiegen und die Kassiererin nur schnell noch einmal quer durch den gesamten Laden schicken müssen, damit die drei Bananen endlich in der mitgebrachten Tasche verstaut werden können. Für solche Zeitdiebe können wir nichts. Klar, wir hätten uns an die andere Kasse anstellen können. Da geht es sowieso schneller. War die Frau, die da gerade bezahlt, nicht eben noch zwei Plätze weiter hinter mir in der Schlange?...
Aber dazu kann Euch mein lieber Freund Murphey noch ein wenig erzählen.

Die andere Sorte Zeitdiebe sind die Menschen, mit denen wir aktiv in Kontakt treten. Wir treffen sie im Bus, auf der Straße oder beim zurückstellen des Fahrrades im Schuppen. Wir sehen, wie sie traurig sind, wie sie freudig strahlen oder unsere Hilfe benötigen. Es sind gute Zeitdiebe. Denn soziale Interaktionen sind in unserer Welt wichtig. Dennoch sind es Zeitdiebe. Denn sobald wir ein Gespräch beginnen, unsere Hilfe anbieten oder nur nach dem Weg fragen, stehlen wir dem gegenüber Zeit und uns, nebenbeigesagt auch.

Versteht es bitte nicht falsch. Hilfe anbieten ist sinnvoll, ja sogar wünschenswert. Doch die Bewusstheit in diesen Entscheidungen fehlt uns zumeist an allen Ecken. Wir gehen davon aus, dass der Gegenüber gerne mit uns etwas Zeit ausgibt. So habe ich heute mit großer Freude einem Freund geholfen. 30 Cent immerhin. Diese konnte ich dann nicht mehr ausgeben, um ins Labor zu gehen und den Test durchzuführen. Aber es war es mir dennoch wert. Nur sollten wir, bevor wir eine Komminikation starten, und überlegen, ob unser Gegenüber überhaupt die finanziellen/zeitlichen Mittel hat, sich ein Gespräch überhaupt zu leisten. Ich möchte damit sagen, dass es Menschen gibt, die vielleicht ein prallgefülltes Portemonnai besitzen, aber auf dem Zeitkonto am mittag vielleicht gerade noch 1,20€ besitzen. Das stresst. Ein klug gemeinter Ratschlag, man solle doch nicht so schnell durch die Fußgängerzone stratzen, wird da meist nicht so positiv aufgenommen. Aber hey, es ist nichts persönliches. Es ist die Zeit, die einige versuchen einzuholen, in dem sie ihr hinterherjagen. Aber das ist "relativ" schwierig.

Immerhin weiß ich jetzt, wie ich bei einem Motorrad die Batterie auswechsle. Und im Labor war ich dennoch. Ein Termin wurde für morgen gefunden. Der Tag hat mir dennoch etwas gezeigt. Sich bewusst zu werden, wofür man Zeit ausgibt, mag einem am ersten Tag frustrieren. Aber frustrierend wird es doch erst, wenn ich daraus nicht lerne. Also morgen einfach mal zweidrittel der Zeit sinnvoll nutzen. Immerhin schon mal 4,20€ für's Schlafen. Sollte nicht noch etwas dazwischen kommen und ich auf einmal wissen möchte, wie wohl die Anziehungskraft auf dem Todesstern von Darth Vader funktioniert. Nebenbei, die Anziehungskräfte unterscheiden sich in den zwei verschiedenen Variationen des Todessterns. Wollt ich nur gesagt haben.

Erneut möchte ich Euch danken, dass Ihr ein Teil Eurer kostbaren Zeit gespendet habt und bis hierhin gelesen habt. Danke und gute Nacht.

Montag, 27. Mai 2013

Zeit ist Geld?

Freitag ist der Samstag vom Sonntag. Schade nur, dass heute Montag ist. Die letzten zwei Wochen habe ich damit verbracht, Studenten aus Louisiana und Texas in Deutschland, Lüneburg, Hamburg und Berlin herumzuführen, Ausflüge für die 23 Neugierigen zu organisieren und Partys zu feiern. Ansich zwei erfüllte Wochen. Mehr dazu in den folgenden Beiträgen. Wäre da nicht der Druck, endlich mit meiner Bachelorarbeit anzufangen.

Ok.Bachelorarbeit wird ja auch überbewertet. Leider ist sie für meinen weiteren Weg unabdingbar und deshalb werde ich mich gleich nach diesem Blogeintrag auf dem Weg ins Labor machen und einen ersten Vortest für meine Arbeit machen. Vermutlich. Wäre ich ein Superheld, die Erde wäre vermutlich schon drölf Mal untergegangen, weil ich die Arbeit aufgeschoben habe, mich auf Facebook, twitter, 9gag, und sonstige Seiten im Internet verloren habe. Wie viel Zeit wohl ohne Internet bleiben würde.

Wann habt ihr Euch eigentlich das letzte Mal gelangweilt? Ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Sind wir nicht dauerbeschäftigt? Gibt es nicht immer etwas zu tun? Ist das gut? Schwitzt der Papst beim ka...lassen wir das. Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass ich meine Zeit verschwende und mich am Ende des Tages frage, wo ist die Zeit geblieben.

Just in diesem Moment kommt mir die Idee, dies zu ändern. Also gleich nach diesem Blog, denn ich würde Euch gerne meine Idee erzählen und Eure Meinung dazu hören. Über das Ergebnis werde ich berichten. Der Versuch wird eine Woche dauern. Ich denke ich werde vermutlich anders mit meiner Zeit umgehen. Mal sehen, was meine WG dazu sagt.


Also die Idee ist, Zeit in Geld um zurechnen. Jeder kennt den Ausdruck Zeit ist Geld. In einigen Büchern habe ich bereits darüber gelesen, dass der Mensch an sich zu unbewusst mit seiner Zeit umgeht. Zum Beispiel in "Von der Kürze des Lebens" von Seneca. Was wäre also, wenn wir jeder Minute einem Wert beimessen. Mal angenommen, wir haben ein Budget von 14,40 Euro pro Tag. Ein Cent pro Minute. Mag zu Anfang gar nicht viel aussehen, aber auf eine Woche hochgerechnet sind es schon 100,80€. In einem Monat bereits 3024 Euro.

Damit wären acht Stunden Schlaf schon ein Luxus von 4,80€. Den Wecker klingeln lassen und zehn Minuten später aufstehen erhöht den Preis auf 4,90€. Um den Versuch praktikabel zu machen, werde ich ab morgen ein Zeitkonto errichten, auf dem ich 14,40€ gedanklich überweise und schaue, wie viel Geld ich zum Fenster hinaus werfe. Ich werde aufschreiben, wie viel Zeit ich mit sinnlosen Dingen verbracht habe, der Ausgabenseite, und mit Dingen verbracht habe, die mich weiter gebracht haben - der Einnahmenseite. Denn meine Anregung soll nicht bedeuten, dass wir sparsam mit der Zeit umgehen sollen. Wir sollten sie nur richtig einsetzen, um Zeitfressern, die einem die Zeit unwiederbringlich rauben, den gar auszumachen.

In einem aktuellen Bericht auf SPIEGELonline wird übrigens von Slow Time berichtet. Einem ähnlichen Modell. Dort bezahlen Besucher nur die Zeit, die sie in dem Café in Wiesbaden verbringen, nicht den Kaffee oder die Kekse. Ein Modell, dass es, so der Bericht, bereits in Moskau an fast jeder Ecke gibt. Eine schöne Idee. Den Artikel gibt es hier: http://www.spiegel.de/reise/deutschland/slow-time-cafe-in-wiesbaden-jede-minute-zaehlt-a-901782.html

Ich bedanke mich erst einmal für eines der kostbarsten Dinge die Du besitzt und mir gerade so einfach geschenkt hast. Deine Zeit. Ich hoffe, Du hattest nicht das Gefühl, dass Du sie verschwendet hast. Ich werde von meinem Versuch berichten. Vielleicht macht ihr ja mit und schreibt mir auch von Euren Erlebnissen.