So nach drei Tagen Auszeit und Wochenende melde ich mich
zurück. Nicht, dass ich mich ausgeruht hätte. Ich habe gearbeitet. Da war keine
Zeit, um einen ruhigen Gedanken zu fassen und diesen mit Euch zu teilen. Nun
aber, kurz vor Montag, einer neuen Woche voller Aufgaben, möchte ich einen
weiteren Gedanken mit Euch teilen.
Ich möchte diesen Blog mit einer Idee, mit einem Satz aus
meiner Kindheit beginnen. Nicht, dass ich jetzt erwachsen bin. Das wäre ja
schlimm. Aber ich meine einen Satz aus der Zeit, als ich noch bei meinen Eltern
gelebt habe. Mein Vater sprach dieses Satz meist aus, wenn mein Bruder oder ich
uns gestritten haben und einer von uns sagte: „Das ist aber meins.“
Der Satz, der dann meist folgte war: „Mach mal Deine Augen
zu, dann siehst Du, was Dir gehört.“
Dieser Satz sollte einem vielleicht einmal öfters durch den
Kopf schwirren. Einige mögen es nun vielleicht schon erraten haben. Es geht um
Konsum.
Gestern bin ich durch die Innenstadt von Hamburg geschlendert und habe all die Menschen gesehen, die durch die Läden schlenderten, auf der Suche nach etwas neuem, etwas, dass die Kauflust befriedigt. Dabei begegne ich Menschen, die aussehen als ob sie gerade aus einer Kleiderkiste für einen Fantasy-Film gekrabbelt sind. Nichts für ungut. Aber das was auf den Laufstegen dieser Welt getragen wird gehört doch nicht in die Stadt, oder? Aber egal. Um Kleidung werde ich ein anderes Mal etwas schreiben. Heute geht es allgemein um den Konsum. Und es wird auch nur ein kleiner Einstieg sein. Es gibt einfach zu viel zu diesem Thema zu berichten.
Ich möchte einmal auf das, wie ich finde, geniale Buch von
Mark Boyle verweisen. „Der Mann ohne Geld“ beschreibt die Geschichte des Iren,
der in Bristol lebt und ein Jahr auf Geld verzichtet hat. Ein Jahr.
Mittlerweile lebt er, soweit ich es nachlesen konnte, immer noch ohne Geld.
Mehr als drei Jahre. Ist das vorstellbar? Wie ich finde eine schöne, befreiende
Idee.
Boyle schreibt über seine Höhen und natürlich auch Tiefen,
die er erlebt. Was ich erstaunlich finde, er hat sogar ein riesiges Festival
auf die Beine gestellt – ganz ohne Geld.
Wie oft jagen wir Dingen nach, die wir nicht benötigen. Ich
möchte mich gar nicht ausschließen. Ganz
im Gegenteil. Es gab Zeiten, da gab es fast jeden zweiten Tag ein Paket von
Amazon, das an meine Adresse adressiert war. Doch je mehr ich über das Buch
nachdenke, desto mehr hinterfrage ich mein Konsumverhalten.
Was brauchen wir wirklich?
Was ist wirklich wichtig?
Wie viel ist genug – ab wann ist es zu viel?
Auf diese Fragen kann ich noch keine Antwort geben. Es gibt
aber Ideen, die versuchen Antworten zu geben. Zum einen gibt es da die
Bewegung der Minimalisten, die nur rund
100 Dinge besitzen. Könnt Ihr Euch vorstellen mit nur noch 100 Dingen zu leben?
Ich denke es ist eine große Herausforderung, aber vermutlich auch eine große
Befreiung. Wie viele Dinge haben sich all die Jahre angesammelt, die wir nie
wieder in die Hand nehmen, wie viele Kleidungsstücke hängen in unseren Kleiderschränken,
ohne das wir sie je wieder anziehen werden. Was also tun?
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zum einen natürlich einfach
alles ausrümpeln und wegschmeißen. Das würde ich natürlich nicht empfehlen. Einige
Dinge könnte man verwenden, um Dinge zu reparieren, wiederum andere Dinge wie
etwa alte Kleidungen könnte man benutzen, um neue Kleidung herzustellen oder zu
flicken. Persönliches Upcycling.
Wenn Ihr dennoch Dinge findet, für die Ihr einfach keine
Verwendung mehr habt, schaut doch mal, ob Ihr sie nicht vielleicht weitergeben
könnt, verschenkt, spendet. Klamotten zum Beispiel werden immer benötigt. Macht
Euch aber schlau, wo und wem Ihr die Klamotten spendet. Es gibt Organisationen,
die die Kleider dann weiterverkaufen, ohne dass die Spende dabei an die
Bedürftigen gelangt.
Habt Ihr also Euren Dachboden, Keller oder das Zimmer
aufgeräumt und ausgeräumt und merkt, Moment mal, den Schraubendreher, das
Gesellschaftsspiel oder was auch immer, hätte ich doch noch gebrauchen können,
am Wochenende kommen doch Freunde zu Besuch und wir wollten doch gemeinsam ein
Spieleabend machen. Kein Problem. Leiht Euch doch einfach das Spiel. Einer
Eurer Freunde hat es bestimmt.
Die Idee des Teilens wird in Zeiten des mobilen Zeitalters
auch immer einfacher. Kürzlich kam die „whyownit“-App heraus. Dort könnt Ihr
Eure Dinge, die Ihr zum Verleih anbieten möchtet hochladen und seht so auch,
was Eure Freunde Euch ausleihen können. Ziemlich praktisch, wie ich finde.
Und solltet Ihr Euch doch noch mal etwas eigenes anschaffen
wollen, empfehle ich einen Tipp von einer meiner neuen Lieblingsseiten
„Experiment Selbstversorgung“: Hier zum Thema Weniger als 100 Dinge: http://experimentselbstversorgung.net/weniger-als-100-dinge/
Einfach die Dinge auf eine eine Art Wunschliste schreibe, um
zu sehen, ob der Wunsch und die jetzige Emotion nicht vielleicht dafür
verantwortlich waren, dass wir dieses oder jenes gerade unbedingt haben wollen.
Oftmals ist es einfach der Moment, der bestimmt, dass wir unbedingt etwas haben
wollen. Sollte dann nach drei vier Tagen immer noch der Drang bestehen, diese
Sache zu kaufen, versucht doch Amazon ein wenig zu umgehen.
Es gibt genügend andere vergleichbare und zum
Teil fairere (Arbeitsbedingungen) Optionen, die zudem auch noch nachhaltiger sind.
Eine Liste findet ihr hier von einer weiteren Seite, die ich empfehlen kann: http://www.utopia.de/magazin/alternativen-zu-amazon
So das war noch kein großer Rundumschlag aber zumindest
schon mal ein Anfang. Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig zum Nachdenken
anregen. Das ist das eigentliche Ziel dieses Blogs hier. Ich hoffe Euch gefällt
es nach wie vor. Mir macht es jedenfalls Spaß.
Und um noch mal auf den Eingangssatz zurück zukommen: Morgen gibt es noch mal etwas zum Thema Augen zu machen. Freut Euch drauf.
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