Ich habe mich dazu entschieden, so oft es geht, Barfuß zu laufen. Ich liebe das Gefühl von Freiheit an den Füßen. Schon als kleines Kind war Schuhekaufen gehen der Horror. Nicht nur für mich auch für meine liebe Mutter. Denn sie musste das Gebrülle ertragen, dass ich in so manchen Schuhgeschäft von mir gegeben habe. Vor allem war mir immer suspekt, dass man seine Zehen in den Schuhen nicht frei bewegen kann. In letzter Zeit kam dann noch das Gefühl dazu, obwohl der Schuh passte, irgendwie eingeengt zu sein. Lösung des Problems: Barfuß gehen.
Tut das nicht weh? Klar, es wäre schlichtweg unwahr zu sagen, ein Kieselweg oder ein Weg mit kleinen spitzen Steinen sei wie ein Wandern auf Wolken. Das ist es keinesfalls. Aber ich empfinde es nicht als störenden Schmerz. Ganz im Gegenteil. Ich genieße die Reize, die die kleinen spitzen Steine auslösen. Es ist eine Wohltat. Eine Massage. Es wird zum Teil sogar für medizinische Zwecke eingesetzt. Und schon Naturheil-Pionier Sebastian Kneipp sagte, das Barfußlaufen sei wie eine Massage für den Fuß. (Interessanter Artikel im Stern erschienen: http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/barfusslaufen-schuhe-aus-566524.html )
Ist das nicht kalt? Zu dieser Frage kann ich nur sagen, dass ich vielleicht sowieso mit einer inneren Heizung gesegnet bin. Auch hier musste meine Mutter die ein oder andere unangenehme Situation über sich ergehen lassen. So rief die Lehrerin meines Bruders und von mir des öfteren bei uns Zuhause an und fragte, warum wir keine Jacken dabei hätten, es sei schließlich kalt draußen. Die Antwort war einfach. Wir hatten eine dabei, zogen sie aber kaum an. War ja schließlich doch nicht so kalt. Bei den Füßen beobachte ich noch ein anderes Phänomen. Zu Anfang ist es natürlich frisch, zuweilen auch mal kalt. Aber nach kurzer Zeit strömt vermehrt Blut in die Füße, durch die Kälte und die Reize, sodass die innere Heizung die Füße warm hält. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich für mich kann aber sagen, dass ich so lange Barfuß laufen werde, bis es mir tatsächlich zu kalt wird.
Ist das nicht gefährlich? Dies ist nur bedingt richtig. Klar sollte man nicht auf rostige Nägel springen, in ein Bienennest treten oder über ein Meer aus Scherben laufen. Bisher ist mir aber noch nichts passiert. Wenn man auf den Weg achtet, dann kann man den größten Gefahrenquellen auch aus dem Weg gehen.
Falls aber doch mal etwas passieren sollte ist eine Tetanusimpfung Pflicht (Ich sollte auch noch mal nachschauen, ob ich geimpft bin). Auch ein Pflaster dabei zu haben, kann sicherlich nicht schaden. Für Diabetiker gilt noch mal ein anderes größeres Problem. "Bei ihnen könnten
Verletzungen am Fuß dramatische Folgen haben", zitiert der Stern den Orthopäden Daniel Frank, Präsident der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk. Die Krankheit schädige die Nerven und daher seien die Füße weniger schmerzempfindlich. Also solltet ihr Zweifel haben, lieber ein mal Euren Hausarzt aufsuchen und nachfragen.
Nach dem Wandern, dann einfach die Füße abwaschen und schon ist der Dreck weg. Angst vor Fußpilz ist eigentlich auch überflüssig. Die frische Luft ist deutlich besser als der feuchte warme Socken im Schuh. Mir geht es jedenfalls wunderbar mit den barfüßigen Ausflügen über den Campus, in der Stadt und durch den Wald.
Ich kann daher auch Menschen nicht ganz ernst nehmen, die sich in Schuhe quetschen, die einfach schon unbequem aussehen. Ich habe letztens eine alte Freundin getroffen. Sie trug Schuhe mit einem sehr hohen Absatz. Wirklich bequem sah das nicht aus. Auch eine natürliche Bewegung war mit den Schuhen nur sehr schwer möglich. Aber wie gesagt, jeder so wie er es möchte. Ich möchte niemanden verurteilen.
Wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, kann ich Euch den Barfußpark in Egestorf empfehlen. Dort können verschiedenen Untergründe ausprobiert werden. Barfuß versteht sich. Weitere Infos findet Ihr hier: http://www.barfusspark-egestorf.de/
Solltet Ihr auch nach wie vor nicht auf Schuhwerk verzichten wollen, schaut Euch doch mal vegane Alternativen zu den großen Schuhketten an. Ich habe meine letzten Schuhe bei avesu gekauft. (http://www.avesu.de/) Aber schaut einfach mal im Netz, ob nicht sogar vielleicht ein Shop in Eurer Nähe solche Schuhe anbietet. Ich möchte ja nicht zu viel Werbung für eine Richtung geben. Dies sollen nur Denkanstöße sein. Alternativen aufzeigen.
Vielleicht noch eins. Auch für mich gibt es natürlich Situationen in denen ich Schuhe anziehe. Gleich zum Beispiel. Ich gehe jetzt nämlich ins Labor. Da ist festes Schuhwerk Pflicht. Wegen der Sicherheit. Und auch beim Longboardfahren eignet sich die Sohle der Schuhe prima als Bremse. Das wäre barfuß dann doch etwas schmerzhaft. Aber sonst heißt es, frei nach einem chinesischen Sprichwort:
Wer barfuß geht, den drücken die Schuhe nicht.
Nachtrag: Schaut doch mal auf http://whyownit.com/blog/ vorbei. Es lohnt sich ;)
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