Dienstag, 4. Juni 2013

Collect Moments, Not Things

Schließ' Deine Augen und Du wirst sehen.
Probiere es aus, es wird schon gehen.
All das, was Du nun vor Dir hast,
ist die Welt in Dir.
Vergessen ist die Gier.
Alles, was Du liebst, nichts, was du hasst.

Schließe die Augen und Du wirst fühlen.
Dieser Gedanke, er wird alles umwühlen.
Atme ein, atme aus. Alles auf Kredit.
Alles, was Du nun siehst, ist Dein.
Alles andere wird am Ende verloren sein.
Nichts anderes nimmst Du aus deinem Leben mit.

Collect Moments, Not Things
'Cause, in the end 
there will be neither belongings nor savings


Das ist vielleicht nicht das schönste Gedicht, aber ich hoffe eine gute Einleitung zu meinem neuen Thema heute: Lebt den Moment.

Klar ist es gut an die Zukunft zu denken. Aber weder mit Furcht noch mit allzu großer Sicherheit, was das eigene Leben betrifft. So traurig es sein mag, aber Euer Leben könnte augenblicklich im nächsten Augenblick zu Ende sein. -Blick- Und Ende. Aus. Finito. Alle Ersparnisse, alle Pläne, was man noch alles machen wollte. Alles nicht mehr möglich. All die Gegenstände, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Ein netter Sportflitzer, die Villa, der teure Schmuck. Nichts davon könnt ihr wirklich mitnehmen, wohin die Reise auch immer gehen mag. Vielleicht ist sie zu Ende mit dem letzten Atemzug, mit dem letzten Mal ausatmen. Vielleicht geht die Reise weiter, für eine spirituelle Seele oder was auch immer. Fakt ist doch, dass das was Ihr im Leben angespart habt, Euch schlussendlich nicht viel hilft, wenn es zu Ende ist.

Natürlich ist sinnvoll nicht jeden Tag das Konto bis auf das äußere zu strapazieren, sonst gelingen einem die Träume und Pläne, die man hat auch nicht. Doch besessen Geld zu sammeln und dem Reichtum hinterher zu gieren, hinter her zu rasen, kann nicht das Ziel sein, wenn dabei vergessen wird zu leben. 

Daher mein Ratschlag für das tägliche Leben, und als Ergänzung zum Post von Vorgestern (Junge, wie die Zeit vergeht) Collect Moments, Not Things. Sammelt Momente, keine Dinge.
Auch ich habe eine lange Zeit lang geglaubt, ich müsste Dinge sammeln, Geld anhäufen. Reich werden. Im Lotto Millionen gewinnen. Doch ist das wirklich erfüllend? 

Ich denke, und hier spreche ich für mich, das muss jeder für sich selbst erforschen, ich denke nein, es ist nicht erfüllend. Es ist eher so, dass die Gier nach mehr, nie befriedigt werden wird. Unsere Gesellschaft wird so erzogen, immer mehr zu konsumieren, immer mehr erreichen zu wollen. Ist man erst reich, will man noch reicher werden. Das mag für manchen interessant und erstrebenswert klingen. Ich möchte einen anderen Weg gehen.

Eine kleine Anekdote aus dem Leben, vielleicht hierzu. Als ich vor knapp zwei Wochen den Austausch von Amerikanern an der Leuphana Uni mit organisiert habe, fragten die Student_innen (Gleichstellung ist heute ja auch ein großes Thema, bei mir ein anderes Mal. Hier zur aktuellen kuriosen Lage an der Uni Leipzig: http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gleichberechtigung-uni-leipzig-nutzt-weibliche-bezeichnungen-a-903530.html ) was ich denn studiere und was ich mal werden möchte. 
Die meisten meine Freunde und meine Familie wissen es bestimmt schon. Sie wussten es nicht. Ich möchte Meeresbiologe werden. Mit großen Augen schauten mich die US-Studenten an und meinten, wow dann wirst Du ja viel Kohle verdienen.
Ich war ehrlich gesagt etwas verwirrt und erschrocken. Ist das so? Mag vielleicht sein, wenn man an der Uni angestellt wird. Aber das ist für mich nicht der Hauptgrund für diese Richtung. Nicht mal ein Nebengrund. Ich möchte beruflich etwas machen, was mir auch noch in 50 Jahren Spaß macht. Kaum etwas wäre für mich deprimierender, als ein Job, den ich machen muss und mich täglich zur Arbeit quäle. In der Meeresbiologie denke ich sehe ich diesen Job, der mir ein Leben lang Spaß machen könnte. Ob sich das nach dem Studium, sollte irgendwann die Zusage aus Bremen kommen, auch bestätigt, wird sich zeigen. Aber im Moment ist das die Richtung, einfach wegen der Passion, nicht des Geldes wegen.

Und sollte dies nicht immer der Grund sein, warum wir Dinge tun? Warum wir eine Arbeit suchen, eine Ausbildung machen? Denn am Ende bleibt doch an materiellen Dingen nichts wirklich bestehen. Ich möchte niemanden Angst machen, falls der eine oder andere nun ein beklemmendes Gefühl bekommt, tut es mir Leid. Aber je mehr ich mir bewusst werde, dass dieses Leben endlich ist, desto mehr genieße ich die wirklich schönen und mir wichtigen Dinge in meinem Leben. Ich hoffe, ich kann Euch hiermit auch ein wenig davon überzeugen, Euch Dinge in Eurem Leben zu suchen, die Euch Spaß machen.Werdet Euch bewusst, dass dieses Leben endet, was danach kommt, weiß keiner. 

Eins noch. Sich dessen bewusst werden und sich auf das Jetzt zu konzentrieren bedeutet nicht, die Zukunft dieses Planeten auszublenden. Denn durch die Dinge, die wir tun, wie wir konsumieren, wie wir handeln, beeinflussen wir das Leben unserer künftigen Generationen. 
Witziges "unnütziges Wissen" dazu am Rande:

Jeder Mensch besteht aus etwa einer Milliarde Atome, die schon Teil von Shakespeare, Buddha,Dschingis Khan und jeder anderen historischen Persönlichkeit waren. [Unnützes Wissen: http://www.wusstestdu.net/#2036]

Soll heißen, auch Deine Atome, Bausteine Deines Körpers werden überdauern und in 100 Jahren, in 200 Jahren weiter auf dem Planeten herumwandern. Und kannst Du wollen, dass sie in einer Welt existieren müssen, die nicht mehr lebenswert ist?

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Ein Zwischenfazit meines Zeit-Experiments. Ich habe mir gestern bewusst ein wenig Zeit für mich genommen. Und Geld ausgeben für mich. Ich habe nicht wirklich sinnvolles getan, bis auf Zeit für mich und meine Regeneration nach vier Tagen Arbeiten genommen. Wochenende quasi. Muss auch mal sein. Habt Ihr Erfahrungen gesammelt? Zögert nicht, Eure Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern hier zu teilen und kommentiert doch einfach diesen Beitrag. Ich würde mich freuen.


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